.

Die ausgewählten Ergebnisse stellen eine Zusammenfassung aus folgender Publikation dar:

Strumpf Th., Engelhard B., Weihrauch F., Riepert F., Steindl A., (2011): Erhebung von Kupfergesamtgehalten in ökologisch und konventionell bewirtschafteten Böden. Teil 2: Gesamtgehalte in Böden deutscher Hopfenanbaugebiete, 63, 5, 144-154

 

Methode:

In den Monaten April und Mai des Jahres 2010 wurden die Bodenkupfergehalte von 13 Hopfenlagen deutscher Anbaugebiete, davon 9 konventionell und 4 ökologisch wirtschaftende Hopfenbetriebe, untersucht (Abb. 1.).

 

Hopfen Standorte Probenahme 

Abb. 1 Beprobte Betriebe in deutschen Hopfenanbaugebieten

 

Je Betrieb wurde jeweils mindestens eine Prüffläche, eine Referenzfläche und eine Kontrollfläche beprobt. Dabei ist die Prüffläche eine seit längerem in Nutzung stehende Hopfenfläche. Die Referenzfläche oder auch positive Kontrolle ist eine aus der Bewirtschaftung genommene Fläche (Hopfenbrache). Eine bisher nicht hopfenbaulich genutzte Fläche ist die Kontrollfläche (neg. Kontrolle).

Insgesamt wurden 22 Prüf-, 12 Referenz- und 16 Kontrollflächen auf die Gesamt- und bioverfügbaren Kupfergehalte sowie bodenkundliche Basisparameter (Korngröße, pH–Wert, org. Substanz, C/N-Verhältnis) untersucht. Die Bodenproben wurden für die Horizonte 0-5 cm, 0-20 cm und 5-20 cm entnommen.

 

Ergebnisse:

Für die Belastungserhebung wurden ausschließlich Praxisbetriebe beprobt, um so auf der Grundlage von realen Gegebenheiten, eine aktuelle Zustandserhebung für die deutschen Hopfenbaugebiete auf der Basis des Verbleibs von Kupfer (Gesamtgehalte) zu erstellen.

Die Untersuchung ergab, dass die Belastungssituation in den einzelnen Anbaugebieten unterschiedlich hoch ist. Die in Nutzung stehenden Hopfenflächen sind ein echter Gradmesser für die Belastungsverteilung. In die Cu-Bodengesamtgehalte gehen der Zeitraum des Cu-Eintrags durch Peronospora-Behandlungen, die aktuelle Bewirtschaftungsweise und Kulturführung sowie Bodenverschiebungen (Flurbereinigungen und Flurneuordnungen) ein.

Kupfer kann im Boden nicht abgebaut werden und reichert sich an, wenn die jährlich aufgebrachte Kupfermenge den jahresdurchschnittlichen Entzug über die Ernte übersteigt. Die Anreicherung von Kupfer auf Hopfenbauflächen steht in Abhängigkeit von der Nutzungsdauer (Abb. 2).

 

Hopfen Bewirtschaftungsdauer

Abb. 2 Bodenkupfergehalte in Abhängigkeit von der Nutzungsdauer

 

Bei Anwendung von Kupferpräparaten in den 60er Jahren (30fachen Aufwandmenge im Vergleich zur Gegenwart) und ihres Verbleibs auf der Zielfläche wäre jedoch heute mit deutlich höheren Cu-Gesamtgehalten zu rechnen (Abb. 2). Die Abhängigkeit der Nutzungsdauer der beprobten Hopfenprüfflächen müsste sich in einem exponentiellen Anstieg der Kupfer-Bodengehalte dokumentieren. Es zeigen sich jedoch im mittleren (10–50 Jahre) und oberen Bereich (50 – >100 Jahre) Abweichungen von der Ideallinie. Da in den meisten Lagen Bodenbearbeitung (Grubbern) zwischen den Hopfenreihen stattfindet, ist dieser Befund zunächst nur unter der Annahme erklärbar, dass in verschiedenen Hopfenlagen die bei der Ernte als Abfall entstehenden Hopfenrebenhäcksel besonders in der Vergangenheit auf benachbarte Flächen (z.B. Hopfenbrachen) ausgebracht wurden.

Das Bundesland mit den durchschnittlich höchsten Bodengehalten ist Bayern gefolgt von den Anbauregionen des Elbe-Saalegebietes und am Schluss Baden-Württemberg. Für die Gesamtheit der Flächen gilt, dass 75 % der in Nutzung stehenden Hopfenflächen und 73 % der Hopfenbrachen in einem Bereich von 0-150 mg Cu/kg TM Boden liegen (Abb. 3).

 

Hopfen Kupfergehaltsklassen

Abb. 3 Häufigkeitsverteilung analysierter Gesamtgehalte zwischen Hopfenflächen (rot) und Brachen (braun)

 

Ein Vergleich der relativen Häufigkeitsverteilung analysierter Gesamtgehalte zwischen Hopfenflächen und Brachen zeigt, dass im Belastungsbereich 0–300 mg Cu/kg TM Boden vergleichbare Gehalte nachgewiesen wurden. Höhere Gesamtgehalte (Belastungsbereich 450-700 mg Cu/kg TM Boden) wurden ausschließlich bei Hopfenbrachen nachgewiesen, deren historische Bewirtschaftungsgeschichte entsprechend den vorliegenden Datenblättern vor mehr als 100 Jahren begann und die seit Jahrzehnten einer hopfenbaulichen Nutzung entzogen sind.



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3. European Copper Conference in Berlin, 15.-16. November 2018

Programm

 

 

Tamm L, Schärer H-J, Speiser B (2018): Kupfer: Wo stehen wir heute? Ökologie & Landbau, 2, S. 15-17 (pdf) siehe auch http://www.oekologie-landbau.de

 

Dieter Felgentreu, Nadine Herwig, Bernd Hommel (2017): Kupfergehalte in deutschen Obstbauregionen und deren Auswirkungen auf Regenwürmer. Öko-Obstbau 4, S. 19–21 (pdf)

 

 

Kühne S, Roßberg D, Röhrig P, von Mehring F, Weihrauch F, Kanthak S, Kienzle J, Patzwahl W, Reiners E, Gitzel J (2017): The Use of Copper Pesticides in Germany and the Search for Minimization and Replacement Strategies. Organic Farming, Vol. 3, Issue 1, Pages 66-75 (pdf)

 

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Kühne S, Roßberg D, Röhrig P, von Mehring F, Weihrauch F, Kanthak S, Kienzle J, Patzwahl W, Reiners E (2016) Status Quo der Anwendung kupferhaltiger Pflanzenschutzmittel in der deutschen Landwirtschaft und dem Gartenbau. Journal für Kulturpflanzen, 68, 7, 189-196 (Link)

 

Gitzel Julia, Kühne Stefan (2016): Status Quo der Forschung zu Minimierung und Ersatz kupferhaltiger Pflanzenschutzmittel in Deutschland. J. für Kulturpflanzen, 68 (5), 125-129 (Link)

 

 

 

Agrarforschung Schweiz 6 (4) zum Thema:
Kupfereinsatz von Schweizer Biobauern in verschiedenen Kulturen (hier zum download)

 

 

Journal für Kulturpflanzen 01/2015 zum Thema:

Langjährige Anwendung kupferhaltiger Pflanzenschutzmittel auf Sonderkulturflächen: Auswirkungen

Wirkung von kupfer auf Bodenzönose (Zusammenfassung download)

Kupferverfügbarkeiten  Leaching-Alterungsfaktor(Zusammenfassung download)

 

01_2015

 

 

Journal für Kulturpflanzen 12/2013 mit dem Schwerpunkt Kupfer

(download)